Veranstaltung

Kulturerbe 2018: Die Heimat mit eigenen Augen sehen

Der Heimatschutz Engadin und Südtäler organisierte vier Veranstaltungen in vier verschiedenen Talschaften. Auf dem Programm standen Samnaun, Sta. Maria, Susch und Bondo. All diese Orte zeigten uns Persönlichkeiten, welche enge Beziehungen zu den jeweiligen Objekten haben und dadurch anregten, ihre ganz spezielle Heimat mit eigenen Augen zu sehen.  

Samnaun einmal anders

Anschliessend an die Generalversammlung der Sektion Engadin und Südtäler führten der Künstler Donat Caduff und der Tourismusdirektor von Engadin Scuol Samnaun Val Müstair, Ludwig Jenal durch Samnaun. Caduff deshalb, weil er dem Dorf in seinem jüngsten Buch «Das Hyperdorf» ein Kapitel gewidmet hat. Ihm gelang es ausgezeichnet, das Phänomen Samnaun näherbringen, das sich zwischen Illusionen und Tatsachen bewegt und im Spannungsfeld zwischen Tourismus, Raumentwicklung und Heimatliebe steht. Jenal übernahm derweil quasi den Part des Übersetzers oder Einordners, ebenfalls ausgezeichnet.

Grande Guerra

Beginnend im Museum Stelvio-Umbrail rollten Kantonsarchäologe Thomas Reitmaier und David Accola vor einem guten Dutzend interessierter Zuhörer und Zuhörerinnen nochmals die Geschichte des «Grande Guerra», des ersten Weltkriegs auf und führten durchs Museum. Danach ging es von der Wärme an die Kälte, nämlich auf den Stelvio, wo die beiden die  übriggebliebenen Befestigungsanlagen auf den umliegenden Gipfeln zeigten und dabei die eine oder andere überlieferte Anektode aus dem Krieg zum besten gaben. Die kühlen Temperaturen verlangten danach nach Aufwärmen – bei einem Heissgetränk in gemütlicher Runde. 

Das Muzeum in Susch

Gut 80 Personen wollten einen Blick ins neue Muzeum in Susch werfen. Als Bauherrin fungiert die wohlhabende polnische Kunststammlerin Grazyna Kulczyk, welche die ehemalige Brauerei in Susch gekauft hat, dazu zwei umliegende Gebäude und nun daran ist, ein eigentliches Museumsquartier einzurichten. Zwar gab es vom Muzeum nur den Eisturm mit der Skulptur von Monika Sosnowska zu sehen. Die Dimensionen des ganzen liessen sich aber trotzdem erahnen. Die Architekten Lukas Voellmy und Chasper Schmidlin, sowie die neue Museumsdirektorin Mareike Dittmer führten durchs Museum und das Künstlerhaus, erklärten Entstehund und Zukunft und vermochten die Anwesenden mit ihren Ausführungen zu fesseln.